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Meine erste Bikepacking-Reise: Was ich eingepackt habe

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Von Regensburg bis an die tschechische Grenze

Ich lernte Marco in Südkorea kennen, als er dort Urlaub machte. Er war damals mitten auf einer Fahrradreise durch Korea und Japan, für die er sich in jedem der beiden Länder jeweils zwei Monate Zeit nahm. Zu jener Zeit war ich überzeugt, dass solche Reisen nur etwas für Menschen seien, die besonders fit, diszipliniert und an körperliche Anstrengung gewöhnt waren. Da ich selbst nie besonders sportlich gewesen war, konnte ich mir kaum vorstellen, eine solche Reise zu unternehmen.

Als ich nach Deutschland zog, gehörte es zu meinen ersten Vorhaben, ein eigenes Fahrrad zu finden. Statt mich für ein günstiges neues Modell zu entscheiden, wollte ich lieber warten, bis ein gutes gebrauchtes Rad zu einem vernünftigen Preis angeboten wurde. Anfang April zahlte sich meine Geduld schließlich aus.

Das Fahrrad war technisch weit besser ausgestattet, als es meine damaligen Fähigkeiten erforderten. Es hatte einen schlichten, vollständig schwarzen Rahmen und zeigte kaum Gebrauchsspuren. Außerdem wurde es für ungefähr die Hälfte des Neupreises angeboten. Nachdem ich mich dem Verkäufer getroffen und eine kurze Probefahrt gemacht hatte, entschied ich mich ohne langes Zögern für den Kauf. Es fühlte sich ein wenig so an, als hätte ich mir als Erwachsene ein besonders schönes Spielzeug gegönnt.

Ich hatte eine schwierige Zeit hinter mir, und meine körperliche Kraft hatte deutlich nachgelassen. Das Radfahren wurde zu einer unerwarteten Möglichkeit, einen Teil meiner verlorenen Energie zurückgewinnen. Dabei beanspruchte es weit mehr Muskeln, als ich gedacht hatte: nicht nur die Beine, sondern auch die Arme, den Rücken und die Rumpfmuskulatur. Fast unbemerkt wurde daraus ein Training für den ganzen Körper. Noch schöner war, dass ich mit dem Fahrrad Strecken zurücklegen konnte, für die ich früher ein Auto für nötig gehalten hätte. Selbst eine gewöhnliche Fahrt am Nachmittag bekam so den Charakter eines kleinen Ausflugs. Ich verließ das Haus, um mich zu bewegen, und kam mit dem befriedigenden Gefühl zurück, tatsächlich irgendwo gewesen zu sein.

Mit der noch vagen Hoffnung, eines Tages selbst mit dem Fahrrad zu verreisen, unternahm ich bei jeder Gelegenheit längere Touren. Als im September die große Sommerhitze allmählich nachließ, brach ich schließlich auf ⎯ aufgeregt und zugleich ein wenig nervös.

Unser eigentliches Ziel war es, von Regensburg bis zur Quelle der Waldnaab nahe der tschechischen Grenze zu fahren. Wir begannen die Reise mit der Gewissheit, dass wir unsere Pläne jederzeit ändern konnten, je nachdem, wie es uns ging. Bevor ich jedoch vom ersten Tag unterwegs erzähle, möchte ich mit den Vorbereitungen beginnen.

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Packen für meine erste Bikepacking-Reise

Das Packen ist wahrscheinlich der Teil einer Reise, vor dem ich mich am meisten fürchte. Ich neige dazu, mehr mitzunehmen, als ich tatsächlich brauche. Sobald ich mit leichtem Gepäck reisen muss, wird die Entscheidung, was zu Hause bleibt, zu einer erstaunlich ersten Angelegenheit. Am Mittwoch- und Donnerstagabend widmete ich mich deshalb nach der Arbeit ganz dem Packen.

Für diese Reise verwendete ich zwei ORTLIEB Back-Roller Fahrradtaschen. Mit ihrem leuchtenden Gelb verleihen sie dem Fahrrad eine fröhliche, klassische Note. Der Rollverschluss schützt den Inhalt vor Regen und Staub. Jede Tasche fasst 20 Liter, sodass mir insgesamt 40 Liter Stauraum zur Verfügung standen.

Schlafsack und Isomatte

Als Erstes packte ich meinen Schlafsack und meine Isomatte ein, die auf der Illustration oben rechts zu sehen sind. Für das Campen waren beide unverzichtbar, zugleich nahmen sie aber auch den meisten Platz ein. Kaum waren sie verstaut, war bereits ein beträchtlicher Teil des Stauraums belegt. Ich vermute, dass sie von der Größe her ziemlich genau an der Grenze dessen liegen, was sich auf einer Radreise noch sinnvoll mitnehmen lässt. Sollte ich irgendwann auf ultraleichte Ausrüstung umsteigen, könnte ich vermutlich einiges an Platz sparen.

Kleidung für jedes Wetter

Der September ist in Deutschland eine Zeit kleiner ungewissheiten. Nachmittags kann es sich noch nach Sommer anfühlen, während die Abende bereits einen Vorgeschmack auf die kälteren Monate geben.

Ich nahm zwei Windjacken mit: eine dickere, gefütterte in Petrol und eine leichte, beigefarbene, deren Stoff beinahe durchsichtig war. Letztere ließ sich so klein zusammenfalten, dass es mir unsinnig erschien, sie zu Hause zu lassen.

Dazu kamen zwei Fleecejacken, eine für die Fahrt und eine für die Abende auf dem Campingplatz. Die weiße Fleecejacke war besonders voluminös, und mehr als einmal fragte ich mich, ob ich sie wirklich mitnehmen sollte. Wie sich herausstellte, waren beide nützlich.

Eigentlich hatte ich vor der Abreise noch eine richtige Regenjacke kaufen wollen, doch keines der Modelle, die ich fand, überzeugte mich. Schließlich gab ich die Suche auf und beschloss, bei schlechtem Wetter mit meinen Windjacken zurechtzukommen.

Bei den wasserdichten Schuhüberziehern war ich dagegen weniger kompromissbereit. Marco hatte mir erzählt, wie unangenehm es sei, mit nassen Schuhen und Socken Rad zu fahren. Auf diese Erfahrung konnte ich gut verzichten.

Unter den Kleidungsstücken, die ich mitnahm, verdienen die T-shirts aus Merinowollmischgewebe besondere Erwähnung. Am meisten beeindruckte mich, wie wenig Geruch sie annahmen, selbst nach stundenlangem Radfahren und Schwitzen. Merinowolle wird vor allem wegen ihrer feuchtigkeits- und temperaturregulierenden Eigenschaften geschätzt und nimmt von Natur aus weniger unangenehme Gerüche an. Im Vergleich zu den Baumwoll-T-Shirts, die ich sonst trug, war der Unterschied so deutlich, dass ich meine Vorstellung von guter Reisekleidung überdenken musste. Ich packte zwei Merino-T-Shirts und ein gewöhnliches T-Shirt für den Campingplatz ein.

An Hosen nahm ich eine eng anliegende Radhose, eine Ersatzhose und eine dickere Jogginghose für die Abende mit. Drei Paar Socken und drei Garnituren Unterwäsche erschienen mir ausreichend. Alles, was unterwegs gewaschen werden musste, konnte ich von Hand waschen.

Körperpflege

Das vielseitigste Produkt in meinem Kulturbeutel war die Dr. Bronners Pure-Castile Flüssigseife, eine konzentrierte Seife auf Basis pflanzlicher Öle.

Man kann sie zum Waschen des Körpers, für die Wäsche und für überraschend viele andere Zwecke verwenden. Nachdem ich im Geschäft an verschiedenen Sorten geschnuppert hatte, entschied ich mich für Lavendel und kaufte die 473-ml-Flasche.

Der Hersteller empfiehlt sie sogar zum Zähneputzen, auch wenn ich keinen besonderen Drang verspürte, das auszuprobieren. Als Shampoo lässt sie sich ebenfalls verwenden, allerdings werden meine Haare davon ziemlich strohig. Deshalb musste auch eine separate Pflegespülung mit.

Die übrlichen Dinge waren überschaubar: ein schnelltrocknendes Handtuch, Zahnbürste und Zahnpasta, eine Dose Nivea Creme für Gesicht und Körper sowie ein paar grundlegende Medikamente für den Fall, dass ich sie brauchen sollte.

Kameras, Tagebuch und andere wichtige Dinge

Einige der Dinge, die ich einpackte, hatten wenig mit den praktischen Anforderungen einer Radreise zu tun. Trotzdem wäre es mir schwergefallen, sie zu Hause zu lassen.

Mein Tagebuch, ein Buch und meine Schreibutensilien kamen gemeinsam in eine durchsichtige Tasche, die ich ganz oben in einer der Fahrradtaschen verstaute, damit ich jederzeit leicht herankam. Ich stellte mir vor, immer dann danach zu greifen, wenn wir lange genug anhielten und der Tag ein wenig zur Ruhe kam.

In kleinen Snacktaschen am Lenker bewahrte ich meine treue Olympus TG-830, einen digitalen Camcorder, mein iPhone und mein Portemonnaie auf.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, einen großen Teil der Reise mit dem Camcorder zu filmen. In der Praxis erwies es sich jedoch als umständlich, ihn ständig herauszunehmen, das Display aufzuklappen, zu filmen und anschließend alles wieder zu verstauen ⎯ besonders, wenn wir häufig weiterfuhren. Am Ende entstanden die meisten Videoaufnahmen doch mit meinem iPhone.

Ersatzakkus, eine Powerbank und Ladekabel sammelte ich in einem kleinen Beutel, den ich in den verbliebenen Zwischenräumen unterbrachte.

Nach längerem Überlegen nahm ich außerdem ein zusammenklappbares Stativ mit. Das erwies sich als keine besonders gute Entscheidung. Es ergab sich nie ein geeigneter Moment, um es aufzubauen. Rückblickend hätte ich mir das Packen erheblich erleichtert, wenn ich es einfach zu Hause gelassen hätte.

Radschuhe und Sneaker

Zum Radfahren trug ich Radschuhe mit Klicksystem. Für den Campingplatz packte ich zusätzlich ein Paar gewöhnliche Sneaker ein. Eigentlich hätte ich auch gerne Hausschuhe mitgenommen. Gerade nach dem Duschen, am Ende eines langen Tages, ist es besonderes angenehm, in leichte, bequeme Schuhe zu schlüpfen. Doch für ein weiteres Paar war schlicht kein Platz mehr. Die vielseitiger einsetzbaren Sneaker setzten sich schließlich durch.

Damit war das Packen endlich geschafft.

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Das ist nun eine ziemlich ausführliche Beschreibung all dessen geworden, was in meinen Taschen gelandet ist. Ich verstehe sie weniger als Ratgeber, sondern vielmehr als Aufzeichnung darüber, wie ich mich auf meine erste Radreise vorbereitet habe.

Vielleicht ist das Packen auch eine Art, sich die Reise vorzustellen, bevor sie überhaupt begonnen hat. Jeder Gegenstand wird in Erwartung von etwas ausgewählt, das noch bevorsteht: ein plötzlicher Wetterumschwung, ein unbekannter Schlafplatz, ein stiller Moment, den man festhalten möchte. Welche dieser vorgestellten Situationen tatsächlich eintreten werden, lässt sich im Voraus nicht wissen.

Fürs Erste hatte alles seinen Platz in den Taschen gefunden. Im nächsten Kapitel kehre ich zur eigentlichen Reise zurück ⎯ von unserem Aufbruch in Regensburg bis zur ersten Nacht auf dem Campingplatz.

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